Metrologie • Photogrammetrie • Lasertriangulation

Genauigkeit und Toleranzen in der 3D-Messung: Photogrammetrie vs. Lasertriangulation

Es reicht nicht, dass etwas richtig aussieht. Man muss wissen, ob die Abweichung innerhalb der Toleranz liegt und mit welcher Technologie sich das belegen lässt.

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Metrologie bedeutet nicht, optisch plausible Geometrie zu erzeugen. Sie bedeutet, nachzuweisen, ob ein Bauteil innerhalb zulässiger Abweichungen zur Nenngeometrie liegt. Unterschiedliche 3D-Messtechniken bedienen unterschiedliche Größen und Toleranzziele.

1. Photogrammetrie

Photogrammetrie rekonstruiert Geometrie aus mehreren Bildern und eignet sich sehr gut für große Objekte. Sie bietet hohe relative Genauigkeit über große Distanzen und ist besonders nützlich bei großem Messvolumen und Zielmarken.

2. Lasertriangulation

Lasertriangulationsscanner liefern sehr hohe absolute Genauigkeit bei kleinen und mittleren Bauteilen. Sie sind ideal für dichte Oberflächendetails, enge Toleranzen und feine Prüfaufgaben, haben aber ein begrenztes Arbeitsfeld.

3. Vergleich

Photogrammetrie skaliert hervorragend für große Strukturen, während Lasertriangulation ihre Stärke in der Nahbereichsgenauigkeit ausspielt. In vielen industriellen Fällen ergänzen sich beide Verfahren.

4. Toleranzmanagement in der Industrie

Prüfsoftware vergleicht Messdaten mit dem Nenn-CAD und visualisiert Abweichungen über Farbkarten. So lassen sich GD&T-relevante Merkmale wie Ebenheit, Zylindrizität oder Rechtwinkligkeit gegen die Spezifikation auswerten.

Fazit

Die richtige Messtechnik wird aus geforderter Toleranz, Bauteilgröße und Umgebung ausgewählt. Gute Metrologie beweist Passung – sie erfasst nicht nur Form.

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